Unterwegs

Unsere Geschichte – gemeinsam unterwegs

Wir, Ursula und Matthias, leben in Basel in der Schweiz und haben drei erwachsene Töchter. Die Verbundenheit mit der Natur und die Freude am Unterwegssein haben uns schon immer begleitet. Bei Matthias begann diese Leidenschaft früh mit dem Wasser und den Booten, während Ursula zunächst vor allem die Berge und das Wandern liebte.

Heute verbindet uns die Freude am Meer, am einfachen Leben an Bord und am Entdecken neuer Küsten. Nach vielen Jahren auf Schweizer Seen als Familie und zahlreichen Törns mit Freunden, haben wir uns 2019 dazu entschieden eine ganz neue Herausforderung zu wagen: länger unterwegs sein, uns Zeit lassen und die Welt vom Wasser aus erleben.

Matthias und seine frühe Faszination für das Wasser

Wasser hat Matthias bereits in seiner Kindheit unglaublich stark angezogen. Wohl zum Schrecken seiner Eltern war er immer wieder gefährlich nahe am Wasser unterwegs, besonders am Rhein- und Birsufer in Basel. Die grossen Lastkähne mit ihrer Fracht faszinierten ihn und zogen ihn magisch an.

Während seiner Ausbildung zum Maschinenmechaniker lernte er einen Freund kennen, mit dem ihn die Leidenschaft für Wasser und Boote bis heute verbindet. Gemeinsam bauten sie rund 35 Kajaks und unternahmen zahlreiche Fahrten. Eine besondere Erinnerung ist eine Reise in einem kalten Herbst, als sie zu viert mit zwei Kanadiern auf dem Rhein von Chur nach Basel unterwegs waren.

Irgendwann entstand daraus die Idee, nicht nur auf Flüssen und Seen, sondern mit einem Segelboot auf grosse Reise zu gehen.

Zwischen 1980 und 1982 wurde diese Reise intensiv vorbereitet. Kurse für den D- und B-Schein, Astronavigation und Funk wurden besucht, unzählige Angebote gesichtet und viele Abklärungen gemacht. Schliesslich wurde eine 31 Fuss lange Cumulant-Segelyacht aus Stahl gefunden.

Ein Jahr lang wurde an diesem Boot gearbeitet. Im Sommer 1982 war es dann soweit: Die Reise begann.

Vom Hafenbecken II in Basel ging es über den Rhein-Rhône-Kanal ins Mittelmeer. In Port-Saint-Louis wurde der Mast gestellt und entlang der französischen und spanischen Küste sammelte Matthias erste Erfahrungen unter Segel.

Über die Kanarischen Inseln führte die Reise weiter zu den Kapverden. Die dort erlebte Armut bewegte ihn tief. Danach folgte die grosse Atlantik- und Äquatorüberquerung. Im Frühjahr 1983 erreichte die Yacht Recife.

Noch heute erinnert sich Matthias an den Geruch der tropischen Küste – eine Mischung aus Rauch und Waldmoder.

Die Reise führte weiter nach Salvador da Bahia, in die «Baía de Todos-os-Santos», nach Rio de Janeiro und São Paulo. Das Schiff lag längere Zeit in der Bucht von Angra dos Reis.

Nach der Trennung von seiner damaligen Frau flog diese mit den Kindern zurück in die Schweiz. Matthias setzte seine Reise mit wechselnder Begleitung fort und segelte über Porto Seguro die brasilianische Küste nordwärts. Besonders Salvador, Bahia und die vielen Menschen, die er dort kennenlernte, wurden zu einem wichtigen Teil dieser Reise.

Im Frühjahr 1985 hiess es schliesslich Abschied nehmen. Mit wechselnder Crew begann die lange Heimreise. Die Route führte über Martinique, Guadeloupe und Bermuda zu den Azoren.

Nach Bermuda geriet die Yacht in einen starken, viertägigen Sturm. Von den Azoren aus ging es weiter Richtung Südportugal. Dort erreichte Matthias die Küste punktgenau beim Leuchtturm am Cabo de São Vicente.

Für ihn war dies ein besonderes und freudiges Ereignis – eine Bestätigung seiner Kenntnisse und Fähigkeiten in der Astronavigation, die ihn auf dieser langen Reise begleitet hatten.

In Alicante kam das Boot schliesslich aufs Trockene, wurde überholt und später an einen neuen Besitzer in Basel verkauft.

Ursula entdeckt das Segeln

Ursulas Weg zum Segeln begann anders.

Bevor wir uns kennenlernten, war Ursula vor allem gerne in den Bergen unterwegs. Die Natur, die Ruhe und das Unterwegssein fernab der grossen Touristenströme waren ihr wichtig. Erst durch Matthias lernte sie das Segeln und das Leben auf einem Boot kennen.

Unsere ersten gemeinsamen Ferien verbrachten wir mit einer kleinen Yacht von Südfrankreich bis Mallorca. Auf der Strecke von der spanischen Küste nach Menorca erlebte Ursula ihre erste Überfahrt bei Nacht.

Wir hielten gemeinsam Wache, lernten mit Kurs und Karten umzugehen, Seezeichen zu lesen und Leuchtfeuer sowie Hafenbefeuerungen zu erkennen. Das einfache Leben an Bord und die unmittelbare Nähe zur Natur begeisterten uns beide. Im folgenden Jahr segelten wir im Herbst von Korfu nach Griechenland.

Als junge Familie waren wir später mit unseren drei kleinen Kindern meist auf den Westschweizer Seen unterwegs. Es folgte eine längere Segelpause, in der wir vor allem mit dem Auto und Zelt unterwegs waren. Doch das Segeln liess uns nicht ganz los.

Als wir wieder zu zweit unterwegs waren, erkundeten wir auf unseren ersten längeren Törns die Ostsee und Kroatien. Beide Reviere gefielen uns sehr und so organisierten wir weitere Törns mit kleinen Gruppen aus Familie und Freundeskreis.

Mit der Zeit wuchs bei Ursula der Wunsch, länger mit einem Boot unterwegs sein zu können und Fahrtenseglerin zu werden.

Wir wollten nicht einfach als Touristen in möglichst kurzer Zeit von A nach B gelangen. Wir wollten uns Zeit lassen – mit Wind und Wetter unterwegs sein, Landschaften erleben, an Land gehen, Menschen kennenlernen und dort bleiben können, wo es uns gefällt.

Diese Vorstellung vom Reisen auf dem Wasser wurde für uns immer wichtiger.

Ein gemeinsamer Traum

Nach vielen Jahren des Segelns entstand schliesslich der Wunsch, ein eigenes Segelboot zu kaufen. Damit erfüllt sich für uns ein Traum, der schon lange gewachsen ist.

Eine besondere Verbindung führt uns nach Norwegen. Ursula verbrachte als junge Erwachsene 1983 einen Sommer auf einem Bauernhof nördlich des Polarkreises. Die Freundschaft zu diesen Menschen ist über all die Jahre nie abgebrochen.

Entlang der norwegischen Küste segelten wir nach Norden und besuchten unsere lieben Freunde hoch im Norden. Auf unserem ersten grossen Segeltörn mit unserer „Namida“ erwarteten uns gigantische Landschaft, Fjorde, Berge und Inseln, die Weite und das besondere Licht des Nordens.

In den vergangenen Jahren hat Ursula den D-Schein sowie die erforderlichen Kurse für den B-Schein, Funk und medizinische Notfälle an Bord absolviert. Seit Frühjahr 2025 ist sie im Besitz des Hochseescheins. 

Wir wissen, dass auf einer längeren Reise vieles anders kommen kann als geplant. Wind und Wetter lassen sich nicht bestimmen, und manchmal führt gerade ein Umweg zu den schönsten Erlebnissen.

Genau das macht für uns den Reiz des Fahrtensegelns aus. Wir wollen unterwegs sein, uns Zeit lassen, neue Küsten entdecken und Menschen begegnen. Wir möchten morgens nicht immer wissen, wo wir abends sein werden, und den Wind entscheiden lassen, wohin die Reise führt.

Denn unser Ziel ist nicht das möglichst schnelle Ankommen.

Wir möchten den Weg erleben – gemeinsam, mit Wind und Wetter und mit der Freiheit, unseren eigenen Kurs zu bestimmen.

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