Ab Ystad SE gehört Rebekka für zehn Tag mit zur Crew. Bereits in Simrishamn müssen wir Sturm und Regen abwarten, zum Glück können wir nach einem Tag Pause durch die Hanöbucht bis in die Schären vor Karlskrona segeln. Trotz Sonne ist es relativ kühl, das Wasser in der Ankerbucht um 16 ° – sehr erfrischend.
Durch ein kurzes Schärenfahrwasser sind wir unter Motor bis Sandhamn unterwegs, danach mit rauschender Fahrt bis Kalmar – reinstes Segelvergnügen. Wetterbericht und Rebekkas Rückreiseplanung lassen aber keinen weiteren Stadtausflug zu. Bei Flaute, später Regen und schlechter Sicht fahren wir bis Oskarshamn. Durchnässt und frierend brauchen wir die Bordheizung um uns aufzuwärmen.
Mark kommt für zehn Tage zu uns. Nach Byxelkrok, dem nördlichsten Hafen auf Öland, rauschen wir hart am Wind. Wellen brechen übers Deck. Die Luke im Vorschiff war nicht ganz geschlossen, im Hafen haben wir Zeit, Matratze und Leintuch zu trocknen.
Auf einem Strandspaziergang entdecken wir viele Gesteinsschichten voller Versteinerungen – eindrücklich! Mit einem kurzen Stop in Västervik, laufen wir die nächsten Tage – meist unter Motor – durch diese faszinierend schöne Insellandschaft. Mal ist das Fahrwasser eng, dann wieder weit. Unterschiedliche Felsformationen, in verschiedenen Farben, mit Kiefern und Laubbäumen bewachsen. In der Feriensaison sind viele Boote unterwegs. Wir geniessen die Ruhe der Natur, hören die Vögel und die Fische in der Dämmerung springen.
Beim Anlegemanöver in Nyköping reisst das Steuerseil, nur mit Mühe und Notpinne kann Matthias steuern. Zum Glück stehen am Steg Helfer, die unsere Leinen annehmen. Jetzt braucht es Geduld, so schnell kriegen wir am Wochenende keine Hilfe.
Genau eine Woche später lösen wir wieder die Leinen. Ein Riggspezialist hat uns aus der Patsche geholfen und neuen Steuerseile gefertigt. Matthias führt den Einbau selbst aus. Aber – Matthias Handy ist nur noch schwarz. Diagnose im Fachgeschäft: Schaden am Motherboard, nur ein Shop in Stockholm könne den beheben.
Der Weg nach Stockholm führt durch enge Passagen, mit viel Wind und Wellen übers offene Wasser bis in lauschige einsame Ankerbuchten.
In Stockholm liegen wir zentral im Wasahamnen. Mit vielen anderen Touristen bummeln wir durch die engen Gassen der Gamla Stan. Die Handyreparatur muss warten.
Die Strecke Stockholm – Mariehamn auf den Aalandinseln, Finnland, ist eine Distanz von 75sm. Zum Glück lotst uns der Plotter und die elektronischen Seekarten sicher durch dieses Labyrinth von tausenden Felsen-Inseln. Die meisten sind durch Gletscher in der letzten Eiszeit rund geschliffen worden und nun mit hohen Nadel- und Laubbäumen bewachsen. Fast auf jeder Insel stehen alte Fischerhütten, zu Ferienhäusern umgebaut mit privaten Bootsanlegestegen. Häufig führen lange Holztreppen vom Haus über Felsen bis zum Wasser. Auf dem Hauptfahrwasser begegnen wir Fähren und Kreuzfahrtschiffen – Giganten, die sich durchs Wasser pflügen. Daneben traumhafte Buchten, ideal zum Ankern und baden.

Mariehamn (FI) – Turku (FI)
Am 1. August setzen wir bei schönstem Wetter und gutem Wind Nach dem 36sm entfernten Mariehamn über, Hauptort der Ålandinseln.


