Überholen, Einwassern und Leinen los
Am 2. Mai reisen wir mit der Bahn und erreichen Grasten, Dänemark, mit nur einer Stunde Verspätung. Die kleine Ferienwohnung liegt 3 Minuten vom Hafen entfernt, zum Stellplatz von «Namida» müssen wir nur über die Strasse. In den nächsten 10 Tagen sind wir mit Schleifen, Spachteln, Grundieren, Streichen von Antifouling und Polieren des Rumpfes beschäftigt. Die letzten 3 Segelsommer haben ihre Spuren hinterlassen und nun können wir dies nachholen. Matratzen, Polster und Wäsche kommen in die Ferienwohnung, dort läuft die Waschmaschine fast im Dauereinsatz. Mit Sonnenschein und Wind trocknet alles schnell.
Einen «freien» Tag nutzen wir zur Fahrt nach Flensburg und holen beim DHL unsere neuen Klappvelos ab. Die Rückfahrt entlang der Flensburger Förde gegen Wind ist eine schöne Abwechslung. Bei einem weiteren Ausflug füllen wir unsere Rucksäcke im Baumarkt mit Ersatzteilen, Farbe, Waschbürste und transportieren die gewichtige Fracht mit Rolli und Rücksäcken im Regionalbus über die Grenze nach Dänemark. Billettes kaufen wir über diverse Apps, was immer wieder eine Herausforderung ist. Nachträglich stellen wir fest, dass DB- Tickets unserem Konto nicht verrechnet wurden.
Das Einwassern und den Mast stellen gelingen trotz Starkwind gut. Beim «Schnacken» mit Boots- und Stegnachbarn wird klar, wir brauchen ein Prüfungszertifikat für unsere Gasanlage. Beim Anschluss der Mastleitungen entdeckt Matthias einen Fehler. Die Versorgung vom Dampferlicht läuft über eine 0.5mm2 Steuerleitung, dies ist ungenügend, d.h. eine neue Leistung muss eingezogen werden. Nach einigen telefonischen Abklärungen wissen wir, dass wir beides zeitnah in Flensburg erledigen können. Also «Leinen los» und wir können einen kleinen Teil der 10sm bis in den Stadthafen segeln – für ein gutes Gefühl, endlich auf dem Wasser unterwegs zu sein!
Der Gasfachmann sieht sofort, dass unsere Gasanlage nicht den Vorschriften entspricht. Also wird der «holländische Campinganschluss» ersetzt und weitere Schwachstellen ausgemerzt.
Der Rücken und die Knie schmerzen, aber wir haben in drei Wochen viel erreicht. Namida liegt «putzt und gstrählt» im Wasser, das Biminitop ist ergänzt und schützt gut vor Regen. Das Deck ist gespachtelt und neu gestrichen. Der erste sonnige Schlag unter Segeln, führt uns mit einem guten süd-westlichen Wind in die dänische Südsee, wo wir nach 47sm und 10h vor Aerösköping den Anker werfen. Der nächste Tag soll regnerisch und windig werden, ideal um so richtig abzuhängen.