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Kalvehave – Nyborg, DK

Ab Kalvehave, in der Bucht bei Mön, sind Moni und Peter mit an Bord. Das schöne warme
Sommerwetter bringt eher schwächere Winde. Unter Segeln, bei Flaute oder Gegenwind mit
Motorunterstützung, geht es westwärts. Auch hier müssen wir uns gut an die ausgeschilderte
Fahrrinne halten, daneben wird es rasch untief. Nach dem Passieren der drei Brücken,
zwischen den Inseln Seeland und Falster, kommen wir ins offene Smaalands-Fahrwasser. Zwar
wirkt hier das Meer weit und offen, ist aber grösstenteils nicht sehr tief. Dafür gibt es viele kleine
Inseln zu entdecken. Auf der Insel Femö wollen wir festmachen. Der kleine Hafen ist aber mit
Booten überfüllt, am Ufer swingen und rocken Musiker an einem Sommer- Jazzfestival. Zum
Glück ist die kleine Insel Fejö nicht weit entfernt. Der Hafen ist auch hier voll und wir gehen bei
einem alten Frachtsegler längsseits.
Am nächsten Morgen, nach einem Frühstück vor Anker mit Badeplausch, besuchen wir für eine
Nacht die Insel Vejrö. Ein schöne Insel mit tadellosem Sandstrand, sehr guter Hafeninfrastruktur
und vielen wilden Brombeeren. Auf der Insel Agersö nutzen wir kostenlose Fahrräder, um zum
Leuchtturm an der Südspitze und anschliessend zur Nordspitze zu fahren. Von hier aus sehen
wir die Brücke über den grossen Belt am Horizont und nehmen ein kurzes Bad.
Am nächsten Tag überqueren wir den grossen Belt und segeln unter Gennacker unter der
grossen, 17km langen Brücke durch. Unter der riesigen Brücke durchzufahren, die Fahrbahn
liegt über 65 Meter über uns, ist jedes mal ein spezielles Erlebnis. Wind und Strömung
schieben uns mit bis zu 5 Knoten (ca. 9.3km/h). Am nächsten Tag queren wir mit einem
kräftigen Amwind-Kurs erneut die Grossschifffahrtspassage von Kerteminde nach Kalundborg,
ein nicht sehr ansprechender Industriehafen, aber mit einem schönen und geschichtsträchtigen
Ortskern. Moni und Peter haben hier gute Verkehrsverbindungen und reisen zurück zu ihrem
Auto. Für uns geht eine sehr schöne und gelungene Insel-Hopping-Woche zu Ende.
Mehrere Tag mit Starkwind zwingen uns zu einer Wartepause, die wir zu einem Besuch bei
meiner Cousine Susanne nutzten. Mit Zug und Bus via Kopenhagen ist dies gut möglich. Zum
Glück kommt danach Ostwind auf, so kommen wir aus der Kalundborg-Bucht raus, runden beim
Leuchtturm die Südspitze von Samsö und machen in Kolby Kaas fest. Eigentlich wären wir
gerne nach Ballen gesegelt, der Wind verhindert dies konsequent. Kolby Kaas ist ein
ehemaliger Fährhafen, heute verrottet die Infrastruktur. Auf einer Velofahrt zum südlichen
Leuchtturm, führt uns der Weg durch viele Kornfelder, die gerade gemäht werden.
Südwind und nordwärts setzende Strömung bringen uns am nächsten Tag Richtung Aarhus
voran. Die grosse Marina Marselisborg ist eng und überfüllt, so dass wir bis Egaa weiterziehen.
Eine lockere Abmachung mit Cousine Adelheid, dass wir uns in Aarhus sehen könnten, wird zu
einem gelungenen Treffen. Kurzentschlossen beziehen sie und ihr Mann, nach unglücklichen
B&B-Erfahrungen, unsere Gästekoje. Es wurden zwei Tage mit langen und tiefsinnigen
Gesprächen, einer Velofahrt nach Aarhus, Besichtigung der markigen Architektur und gutem
Essen. Am nächsten Tag besuchen wir das Stadtmuseum Gamle By, eines der ältesten Museen
seiner Art mit historischen Stadtgebäuden aus Dänemark.
Der warme Sommer hat sich verabschiedet, herbstliche Temperaturen alltäglich. Wir machen
uns auf den Weg Richtung Süden. Die Frage, ob den kleinen oder grossen Belt passieren, wird
das Wetter entscheiden. Für eine Nacht machen wir auf Tunö fest und treffen auf das kleine
Segelboot „Seesack“. Piet und Elke haben wir vor 2 Jahren in Tananger kennen gelernt und

spinnen Seegarn und tauschen Erkenntnisse über gute Häfen und Routen aus. Mit einem Hart-
am-Wind-Kurs segeln wir bei diesigem Wetter und geringer Sicht bis Juelesminde, wo wir

wieder eine Reihe Starkwind-Fronten abwarten. Das erste Herbst-Sturmtief „Ursula“ kündet sich
an und zieht mit Regengüssen und Windspitzen bis 9Bf (bis 88km/h) über uns hinweg. Zum
Glück liegen wir unter Land und gut geschützt im Hafen.

Nach Kerteminde kommen wir mit sehr gutem Wind und nutzen ihn gleich bis Nyborg, beide
Städte liegen auf der Insel Fünen. Ein Ausflug nach Odense gibt Einblicke in das Leben von
Hans-Christian Andersen und die Dänische Eisenbahngeschichte. Endlich wird es nochmals
sommerlich warm.

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