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Auf nach Finnland

Vorbereitung für das Einwassern

Wir sind mit Zug und Bus nach Grasten in Süddänemark angereist. Die ersten 10 Tage wohnen wir in einer Ferienwohnung mit Sicht auf den kleinen Hafen Toft und die Egernsundbrücke. „Namida“ hat den Winter gut überstanden, die Innenräume sind trocken geblieben. Mit Schleifen, Spachteln, Grundieren, kontrollieren wir den Rumpf und schaffen eine gute Grundlage für den Antifoulinganstrich. Viel Sand und Staub hat sich während des Winterlagers angesammelt. Mit Putzen und Schruppen werden die Ablagerungen entfernt und die Winterlager-Ausrüstung verräumt. Diese Arbeiten füllen die Tage bis zum Einwasser gut aus. Im Rumpf wird ein neues Log eingebaut und im Masttop ein neuer Windgeber. Der neue, schwere Anker wurde rechtzeitig geliefert. Probleme gibt es noch mit dem Ersatz der Kühlwasserpumpe. Die Gasflaschen, die wir ins Depot der Marina gegeben haben, wurden dort offenbar geklaut. Der Hafenmeister Claus engagiert sich mit grossem Effort. Wir haben für die Vorbereitungen grosses Wetterglück, etwas kühl aber sonnig.

Endlich unter Segeln

Auch die fehlende Ausrüstung ist an Bord verstaut. Am 14. Mai, bei Sonnenschein und gutem NW-Wind, werfen wir die Leinen los und passieren die Egernsund-Brücke. Ein grossartiges Gefühl ist es, aus der Flensburger Förde zu rauschen. Der Wind dreht zunehmend auf N, wir erreichen nach 40 sm und 7h den Hafen Marstal auf der Insel Aerö. Eigentlich wollten wir durch die süddänischen Inseln und Smalandfahrwasser Richtung Osten segeln. Der anhaltende N-Wind zwingt uns, die Route
anzupassen und segeln guten Verhältnissen nach Fehmarn. Namida macht, geschoben von achterlichen Wellen bis zu 10 kn Fahrt. Der Wind hat zugelegt, die Böen erreichen bis 30 Knoten. Wir sind froh, in Burgstaaken, mit guter Windabdeckung sicher festmachen zu können.

Von Fehmarn nach Stralsund

Leicht erkältet und müde geniessen wir einen Ruhetag, können Wäsche waschen, Brot backen und eine kleine Velotour nach Burg machen. Ein schöner Ort mit alten Bürgerhäusern, Kopfsteinpflaster und der grossen Nikolaikirche.
Mit raumem Wind treibt es uns locker nach Warnemünde, vor Rostock. Wir haben uns gut eingelebt, unsere Seebeine sind wieder sicher. Wie immer müssen wir die Wetterprognose für die nächsten paar Tage im Blick haben. Wir nutzen den guten Westwind, um Stralsund zu erreichen, bevor eine weitere Starkwindfront aufzieht. Ein Traumtag, strahlende Sonne, blauer Himmel, sanfte Wellen. Nach 10,5 h und 58sm machen wir die Leinen in der Citymarina Stralsund fest. Wir gönnen uns eine Stadtführung und erfahren so viel über die Entstehung und Geschichte dieser schönen Stadt. Gemeinsam mit Wismar haben die beiden Hansestädte die Auszeichnung der UNESCO als „Welt-Kulturerbe“ erhalten.

Durch den Strelasund und den Greifswalder Bodden schiebt uns der Wind. Ausgerechnet nahe einer Untiefe und enger werdendem Fahrwasser werden wir von einer Regenfront mit heftigen Böen erfasst. Kaum ist das erste Reff drin, scheint wieder die Sonne. Nach Rügens Südspitze treibt uns ein schöner Am-Windkurs bis Sassnitz. Sassnitz war in der DDR ein wichtiger Stützpunkt, heute hat der Ort, wenig zu bieten. Die Tankstelle öffnet nur für Langschläfer.

Auf nach Bornholm

Auf der Strecke von 56 sm bis zur Insel Bornholm werden wir zum Motorsegler, der Wind verabschiedet sich. In Rönne treffen wir Jürg und Edith mit ihrer „SY Böle-Bonken“. Nach 2 grauen und nassen Tagen segeln wir um das nördliche Kap nach Tejn an die Ostküste. Bei etwas viel Wind radeln wir zum Döndalen, dem höchstem Wasserfall Dänemarks, (40 m ü.M.). Von dort radeln wir zur „Sant Ols-Kirke“, einer runden Wehrkirche aus dem 12. Jahrhundert. Sie wurde zum Schutz vor Seeräubern erbaut und mit eindrücklichen Fresken ausgeschmückt.

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